Das Leben der Menschen in Israel spielte sich nach Kriegsbeginn vor allem in den öffentlichen und privaten Schutzbunkern ab. Viele Menschen wagten es nicht einmal mehr, einkaufen zu gehen. Straßen und öffentliche Plätze waren leergefegt.
In dieser Situation war das Team der ICEJ in ganz Israel unterwegs, um Bedürftigen zum jüdischen Feiertag Pessach Hilfspakete zu bringen. Über 400 Familien konnte mit solchen Geschenkpaketen geholfen werden. Das Staunen war groß über die Christen, die es wagten, in Kriegszeiten und unter Raketenbeschuss diesen Liebesdienst zu leisten. Die „Feiertagslieferungen“ waren für bedürftige Familien nicht nur eine wertvolle praktische Hilfe. Es waren Lichtstrahlen, die von der Liebe Gottes und einem gelebten Glauben an Jesus Christus zeugten.
Und dieses Licht durchdrang auch Bunkermauern. Denn immer wieder musste das Team der ICEJ während der Verteilaktion gemeinsam mit Einheimischen in öffentliche Schutzräume flüchten. Dort waren die Israelis sehr berührt, als sie erfuhren, aus welchem Grund die Christen trotz Gefahr auf den Straßen unterwegs waren.

Zu den Beschenkten gehörten alleinerziehende Mütter, Großfamilien, Menschen mit Behinderungen und alleinlebende Senioren, darunter die 95-jährige Holocaustüberlebende Eva. „Ihr traut euch, hierher zu fahren, während Raketen im ganzen Land fliegen?“, staunte die Seniorin, was die Christen auf sich nahmen, um ihr eine Freude zu bereiten. „Das Geschenk, das ihr mir heute gebracht habt, ist nicht nur ein Präsent“, fügte die Holocaustüberlebende hinzu: „Es ist eine Box voller Liebe.“ Viele Familien luden das Team der ICEJ spontan zum Tee ein. Dann folgten Gespräche über Alltagssorgen, über „Gott und die Welt“ – im wörtlichen Sinne.
Zu den Beschenkten gehörte auch Rachel, eine Mutter von sechs Kindern. Sie berichtete von der emotionalen Belastung, die es bedeutet, Kinder in Kriegszeiten großzuziehen. Rachels Tage sind voller Herausforderungen, dazu gehört Online-Unterricht, weil die Schulen geschlossen sind. Und eine ihrer Töchter benötigt eine Traumatherapie. Auch ohne Krieg ist die Situation für die Familie sehr schwierig. Ihr Wohnzimmer ist ein Matratzenlager – hier schlafen die Kinder, weil das Geld nicht für eine Wohnung mit Kinderzimmer ausreicht. Der Besuch des ICEJ-Teams rührte Rachel zu Tränen. Dass Christen in Zeiten der Not eine Botschaft der Liebe und des Lichts zu ihr bringen, wird sie nie vergessen.
Laurina Driesse und Karin Lorenz, ICEJ
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