Mission neu denken

MT:28 führt vier neue, flexible Missionsmodelle ein.
In der mongolischen Steppe gibt es keine festen Straßen, sondern viele parallele Pisten. Wenn eine Spur zu ausgefahren und holprig wird, weichen die Fahrer einfach auf eine neue aus. Ähnlich ist es mit der Mission: In einer sich verändernden Welt braucht es viele Wege – unterschiedlich, aber mit derselben Richtung und demselben Ziel. „Ihr werdet meine Zeugen sein … bis an das Ende der Erde.“ (Apg. 1,8)

Das Umfeld der Missionsarbeit hat sich in den letzten Jahren radikal verändert. Die Meilensteine dieser Entwicklung lauten

 

  • Gesellschaftlicher Wandel: Werte wie Flexibilität, Individualität und Selbstbestimmung gewinnen an Gewicht. Damit steigt der Wunsch nach Teilzeit, mobilen Strukturen und ortsunabhängigem Engagement.
  • Struktureller Wandel im Ehrenamt: Ehrenamtliche sind breiter aufgestellt, aber oft zeitlich begrenzt. Sie wünschen sich flexible Einsatzmöglichkeiten und Teilzeit- oder Projektstrukturen.
  • Digitalisierung und Vernetzung lösen (nicht nur geographisch) Grenzen auf. Mission kann nicht mehr nur über klassische Wege gedacht werden, sondern braucht hybride, vernetzte Formen.
  • Ressourcen und Wachstum: Bei weiterem Wachstum unseres Missionswerks benötigen wir eine Umverteilung der Aufgaben, um Ressourcen in der Geschäftsstelle freizusetzen.

 

All dies erfordert einen Paradigmenwechsel in der Missionsarbeit. Wir brauchen ein neues Konzept – eines, das mitdenkt, flexibel ist und zugleich ein starkes Fundament bietet.

 

 

Unser Verständnis von Mission: Das weite Zelt

 

Unser neues Missionskonzept basiert auf der biblischen Vision von Jesaja 54,2–3: Ein Zelt, das weit gespannt ist, mit vielen Räumen, damit es sich nach rechts und links ausbreiten kann.

 

  • Das Zelt steht dabei für den von Gott erweiterten Raum – einen Ort der Begegnung mit ihm und Ausgangspunkt für die weltweite Mission.
  • Die Seile symbolisieren die tragenden Verbindungen: Unterstützer, Gemeinden und Wegbegleiter unserer Missionare.
  • Die Pflöcke weisen auf stabile rechtliche, organisatorische und wirtschaftliche Strukturen in unserem Missionswerk, damit die Entsendung zuverlässig, sicher und professionell gelingt.

 

In diesem großen Zelt leben wir Gemeinschaft, eingebettet in ein Netzwerk: Missionare, Gemeinden, Unterstützer, Beter – alle gehören zusammen. Denn Mission ist kein Soloprojekt, sondern ein gemeinsames Werk!

 

 

Vier flexible Wege – passend zu Berufung und Lebensphase

 

Seit Januar 2026 haben wir unsere vier neuen Missionsmodelle offiziell eingeführt. Jedes Modell ist auf unterschiedliche Erfahrungen, Bedürfnisse und Lebensphasen zugeschnitten.

 

So finden jeder Missionar und jede Missionarin den Platz, der zur eigenen Berufung passt. Auch die Kosten sind an den Betreuungsumfang der jeweiligen Modelle angepasst.

 

ZU DEN MISSIONSMODELLEN

 

 

Unser Auftrag: Begleitung in die Berufung

 

Wir sehen Berufung nicht als einmalige Entscheidung, sondern als Prozess: Wachsen, Suchen, Lernen. Gott spricht in diesen Prozess hinein, und wir wollen den Prozess begleiten. Dazu gehört es, zuzuhören, Fragen zu stellen, Mut zu machen und Erfahrungen zu teilen – Erfolge und Wachstum ebenso wie Misserfolge. Wir bauen Brücken zwischen Missionaren, Projekten und Gemeinden. Daraus wird greifbare Mission – nicht nur irgendwo weit weg, sondern hier und jetzt.

 

Unsere neue Ausrichtung ist eine bewusste und strategische Entscheidung, die im Sinne des Kirchenlehrers Augustinus von Hippo (354–430) auf den Werten Einheit, Freiheit und Liebe basiert. Mit den neuen Modellen wollen wir zum einen Missionare gewinnen, die sich berufen fühlen, etwas Neues zu wagen – und dabei gleichzeitig Rückhalt und Struktur suchen. Zum anderen richten wir uns an Gemeinden und Unterstützer, die mit uns dieses große Zelt mittragen: durch Gebet, Mentoring, finanzielle Unterstützung oder organisatorische Partnerschaft.

 

Wer sich in dieses weite Zelt einbringen und Teil dieses neuen Kapitels werden möchte – als Einzelperson, Familie oder Gemeinde – ist herzlich eingeladen. Unsere Türen stehen weit offen.

 

Spendennummer: AM 1 B Allgemein