„Ihr seid das Salz der Erde … Ihr seid das Licht der Welt.“ (Matthäus 5,13-16) Nur wenige Bibelverse definieren so klar wie diese Worte aus der Bergpredigt, was mit Nachfolge gemeint ist. Für Missionare, Pastoren und andere geistliche Leiter, selbst bei Laiendiensten in der Gemeinde, sind sie sozusagen der Arbeitsauftrag und es sollte klar sein, was damit gemeint ist: Hoffnung und Orientierung geben, auch in Krisenzeiten, die Liebe Gottes sichtbar machen, Werte vertreten, auch mal gegen den Strom schwimmen und vieles mehr.
Die Worte Jesu gelten jedoch für jeden Christen, egal, wohin Gott uns gesetzt hat. Und da kann es schwierig werden. Wie kann ich Salz und Licht sein in einem säkularen Umfeld, an meinem Arbeitsplatz, im Freundeskreis, im Supermarkt? Und das bitte authentisch, ohne peinlich zu werden? Man kann eine Suppe schließlich auch versalzen und zu viel Licht blendet die Leute.
Sowohl privat als auch in meinem Beruf stehe ich oft in diesem Spannungsfeld, werde wegen meines Christseins belächelt, der Frömmelei bezichtigt. Aber es gibt auch Momente der Dankbarkeit, wenn ich zum Beispiel gegenüber der Leitung für mein Team eingetreten bin und die Kollegen mir nachgesagt haben, „bei der spürt man, dass sie ihren Herrgott im Rücken hat“. Wenn ich für eine Kollegin, die nach eigenem Bekunden „nichts mit Gott am Hut hat“, in einer schwierigen Phase gebetet habe. Wenn ich einer ungläubigen Freundin am Sterbebett ein Kirchenlied vorsinge und sie Frieden darin findet. Gelegenheiten, Salz und Licht zu sein, gibt es viele. Sie scheinen lächerlich klein und sind es auch. Dennoch machen sie den Unterschied und der Mut dazu zahlt sich aus.
Auch für unsere Missionare, die quasi von Amts wegen dazu bestimmt sind, Salz und Licht zu sein, ist es immer wieder herausfordernd, diesen Anspruch umzusetzen. Wie ihnen das in ihren Projekten wie auch im persönlichen Leben (trotzdem) gelingt und was Gott in sie hineingelegt hat, damit sie Salz und Licht sein können, erfahren Sie in dieser Ausgabe des Breitengrad. Es sind berührende Reflexionen, die sich zu lesen lohnen. Wir wünschen viel Freude dabei!
Herzliche Grüße im Namen des Redaktionsteams
Andrea Mayer-Grenu
Chefredakteurin