Ich habe euch das alles gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt werdet ihr hart bedrängt. Doch ihr braucht euch nicht zu fürchten: Ich habe die Welt besiegt.“ (Johannes 16,33 NGÜ) Dieses Wort Jesu erinnert uns daran, dass Frieden nicht bedeutet, keine Not oder Bedrängnis zu erleben. Echter Frieden wächst mitten in Unsicherheit, Leid und Zerbruch – dort, wo Menschen anfangen, Gott zu vertrauen und sich von ihm verändern zu lassen.
Bei einem Besuch im April dieses Jahres erzählte uns der burundische Friedensarbeiter und ehemalige Olympionike Charles Nkazamyampi aus seinem Leben. 1993 nahm Burundi erstmals an den internationalen Hallenweltmeisterschaften in Toronto teil. Kurz zuvor war der Präsident des Landes ermordet worden und der Bürgerkrieg zwischen Hutus und Tutsis begann. Wenige Minuten vor dem Finale erhielt Charles die Nachricht, dass seine Eltern ermordet worden waren.
Trotz dieses Schmerzes entschied er sich zu laufen – in der Hoffnung, den Menschen seines Landes inmitten von Angst und Gewalt wenigstens einen kleinen Moment der Freude zu schenken. Er gewann die Silbermedaille – die erste internationale Medaille für Burundi.
Lebensverändernde Begegnung
Später kehrte Charles in sein Heimatdorf zurück und begegnete dort einem Mann, der am Mord seiner Eltern beteiligt gewesen war. Voller Schmerz und Rachegedanken wollte er ihn töten. Doch plötzlich hörte er die Worte: „Du darfst kein Blut vergießen.“
Diese Begegnung veränderte sein Leben. Heute sagt Charles, dass Gott schon lange gewirkt habe, bevor er selbst zum Glauben fand. Aus einem Mann voller Schmerz wurde ein Friedensbotschafter, der heute Jugendliche ermutigt, Verantwortung zu übernehmen, Versöhnung zu leben und Hoffnung weiterzugeben.
„Frieden ist wie Vergebung – etwas, das wächst“, sagte Charles in unserem Gespräch. Dieser Gedanke hat uns auch beim Blick auf das vergangene Jahr bewegt. Denn genau davon erzählen die Zahlen dieses Finanzberichts: von Menschen, die mitten in Herausforderungen Gottes Frieden weitertragen. Von Mitarbeitenden, die Hoffnung säen. Von Unterstützern, die treu mittragen. Und von einem Gott, der auch heute noch Leben verändert. Wenn wir auf 2025 zurückblicken, erfüllt uns deshalb vor allem Dankbarkeit.
Die wichtigsten Kennzahlen
Dank Ihrer großzügigen Unterstützung gingen für unsere Missionare Spenden in Höhe von 1.587.662 Euro ein, das sind rund 80.000 Euro mehr als im Vorjahr. Dabei stellte sich das Spendenaufkommen wie folgt dar: Rund 72,2 Prozent der Spenden kamen von Privatpersonen und 27,8 Prozent von Gemeinden. Davon waren 1.411.340,58 Euro zweckgebundene Spenden und 176.321,51 Euro freie Spenden. Das Jahr 2025 wurde mit einem Verlust von 3.015 Euro abgeschlossen.
Gerade in einer Zeit wachsender Herausforderungen erleben wir immer wieder neu: Mission ist kein Werk einzelner Menschen. Sie lebt davon, dass viele gemeinsam Verantwortung übernehmen, mittragen, beten, geben und dienen.
Neues Finanzierungsmodell
In der letzten Ausgabe des „Breitengrad“ haben wir unsere neuen Missionsmodelle vorgestellt. In diesem Zusammenhang möchten wir nun auch Einblick geben, wie die gemeinsame Arbeit finanziell getragen und organisiert wird.
Unser Finanzierungsmodell basiert auf zwei Säulen: einem festen Grundbeitrag sowie einem prozentualen Anteil auf projektbezogene Spenden. Je nach Missionsmodell und Umfang der Begleitung unterscheiden sich diese Anteile. So wollen wir Transparenz, Verlässlichkeit und Fairness miteinander verbinden.
Die Beiträge dienen dabei nicht nur einzelnen Bereichen, sondern tragen die gemeinsame Infrastruktur unserer Missionsarbeit. Dazu gehören unter anderem:
Dabei bleibt uns ein Gedanke besonders wichtig: Alles, was Menschen uns anvertrauen, soll letztlich dazu dienen, dass Gottes Reich sichtbar wird. Wir sind dankbar für alle Menschen, die unsere Arbeit im vergangenen Jahr im Gebet, finanziell oder ganz praktisch mitgetragen haben. Gemeinsam dürfen wir Teil dessen sein, was Gott weltweit tut – und darauf vertrauen, dass er auch weiterhin Frieden wachsen lässt.
Danke für Ihre Treue, Ihr Vertrauen und Ihr Herz für Mission.
Ihre
Andrea Schmidt
Geschäftsführerin
mt:28 gGmbH
Spendennummer: AM 1 B MT:28 allgemein