Nach Mexiko!? Du bist aber mutig!” „Hast du keine Angst?” – so oder ähnlich hat die Mehrheit meines Umfeldes reagiert, als bekannt wurde, wohin Gott mich ruft. Gewalt, Bandenkriminalität, Diebstahl, sexuelle Übergriffe, Hurrikans, unsicheres Trinkwasser … Die Liste an Gefahren und Unsicherheiten ist lang und gibt viel Raum zur Sorge. „Kein Einkommen? Nur Spenden?”, war oft mit verwirrtem Gesicht die Reaktion auf meine weiteren Erklärungen.
War es naiver Glaube, gemischt mit radikalem Gehorsam, der nichts als Unsicherheit verspricht? Alles schien gegen dieses Leben zu sprechen, zu dem ich doch höchstpersönlich eingeladen wurde. „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet deshalb den Herrn der Ernte, mehr Arbeiter auf seine Felder zu schicken. Geht! Ich sende euch wie Lämmer unter Wölfe.” (Lukas 10,2) Und weiter: „Ich habe euch Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zunichtezumachen. Nichts wird euch schaden können.” (Lukas 10,19)
An diesen Versen wollte ich mich festhalten, mit jedem Schritt Richtung Nachfolge, die mich schon zuvor zwei Mal nach Mexiko und einmal in die Ukraine geführt hatte. Mein Glaube wuchs, Missionsbiografien stapelten sich im Regal und näher kam die Erkenntnis: Echte Nachfolge hat einen hohen Preis: „Wenn jemand zu mir kommen will, muss ich ihm wichtiger sein als sein eigener Vater, seine Mutter, seine Frau, seine Kinder, seine Geschwister, und selbst sein eigenes Leben; sonst kann er nicht mein Jünger sein.” (Lukas 14,26) Als ich jetzt meine Wohnung auflösen, alles verkaufen und Freunde sowie Familie hinter mir lassen musste, Komfort und Sicherheiten aufgab, verstand ich: Das ist einfacher gesagt als getan. Und doch wusste ich, dass Jesus es wert war! Verließ nicht er selbst seine Sicherheit im Himmel und starb aus Liebe zu den Menschen?
Diese Liebe treibt mich an, Menschen in Mexiko Wahrheit und Hoffnung zu geben. So bin ich auf der YWAM-Base in Mazatlán gelandet, wo ich diese Liebe auf so unterschiedliche Weise leben darf – in der Küche durch Kartoffeln schälen und Teller waschen oder beim Lobpreis auf der Bühne. Ich darf junge Menschen begleiten und ihnen göttliche Identität zusprechen, während sie eine Jüngerschaftsschule besuchen. Als Kinderkrankenschwester kann ich Menschen mit medizinischer Hilfe und dem Evangelium versorgen, wenn wir mit unserem Schiff isolierte Gemeinschaften erreichen und gleichermaßen Hoffnung und Hilfe bringen. Mit dem Ministry “RACHAM” schaffen wir Kindern unserer Stadt eine Umgebung zum Aufatmen und Aufblühen, bauen Zukunft und investieren in die nächste Generation. In all diesen Dingen möchte ich lieben, wie Jesus geliebt hat. Ohne meinen Fokus in Gefahren und Sorgen zu verlieren, auch wenn diese real sind.
Daher bin ich dankbar für das Team von MT:28, das mir den Rücken freihält und mir eine Art Sicherheitsnetz gibt. Und so dankbar für Gottes Wort, das mir Mut macht, ihm zu folgen, auch wenn alles dagegenspricht. „Ich habe es dir gesagt! Sei stark und sei mutig! Lass dir keine Angst einjagen, lass dich nicht einschüchtern, denn Jahwe, dein Gott, steht dir bei, wo du auch bist.” (Josua 1,9)
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